Pssst…! Phänomen innerhalb der Slow Culture

Und noch einmal zum Thema Slow Media: Silent Disco, Silent Parties, Silent Dating, Silent Book Clubs und Silent Cinema…

Eine Antwort auf die Kakophonie unseres Alltags ist das Abschalten des Lärms und Gequassels. Eine ganze Event-Szene hat sich bereits gebildet, welche den Krach reduziert und zum individuellen Aspekt des Teilnehmers werden lässt. Silent Event Verleihe stellen alles erdenkliche, was für eine ruhige Party, ein leises Kinoevent oder ein stilles Festival nötig ist. Sprich in erster Linie ein System, mit dem jeder Gast über Funk-Kopfhörer am Event teilnehmen kann.

Interessant auch Silent Dating, keine wirkliche Antwort auf Speed Dating, da die Partner genauso schnell ‚Bäumchen wechsle dich‘ spielen, wie beim klassischen Modell. Nur es wird dabei eben nicht geredet.

Die Silent Book Clubs sind Treffen von Menschen, welche in Ruhe für eine oder zwei Stunden Lesen möchten. Meist finden diese regelmäßigen Veranstaltungen in Cafés statt, in das jeder sein eigenes Buch mitbringt und in seinem Tempo liest.

Silent Cinema ist natürlich einmal via Funk-Kopfhörer realisierbar, also vergleichbar wie bei der Silent Disco, alternativ aber kann eben auch der Inhalt einfach die Stille sein. Das ist in dem jüngsten Dokumentarfilm „In Pursuit Silence“ der Fall, der in diesen Tagen in den UK anlief. Bereits der Trailer verliert kein überflüssiges Wort – nämlich gar keins. Kritiker feiern den Film als kontemplatives Werk, das in seiner Stille viel zu sagen hat.

Neues Phänomen? Nein, nicht wirklich. Doch mit der zunehmenden Urbanisierung, der Verstädterung und steigenden Lautstärke des Alltags und Lebens wächst das Bedürfnis nach Ruhe. Lebensqualität und Gesundzufriedenheit hängen für viele Menschen enorm von Stille ab. „Leise“ Angebote werden also auch künftig ein nachgefragtes Gut bleiben. Und es gibt sicherlich noch eine Menge Bereiche im Alltag, die unter dem Mäntelchen „Silent“ als Alternative zur 24/7Highspeedandnoisekultur Erfolg haben könnten.

 

Beitragsbild: Flickr, Linus Egger, CC BY-SA 2.0

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