Gedanken zu Slow Media

Vor einigen Wochen erschien ja im Zukunftsinstitut die Studie Slow Business, an der ich zwei Kapitel zum Thema Reisen und Medien mitgeschrieben habe. Von einer Creative Consultancy Agency wurde ich nun eingeladen, zum dem Thema etwas zu erzählen und vertiefe mich daher gerade in meiner Vorbereitung wieder in das Metier „Slow Media“.

Das Thema ist ja kein ganz neues, taucht seit einigen Jahren immer mal wieder hier und dort auf. Es fristet aber nach wie vor, zu Unrecht, ein Nischendasein, wird oftmals belächelt oder ob des Mutes zu so viel Langeweile verwundert bestaunt.

Spannend finde ich, dass das Phänomen in allen Kanälen stattfinden kann. Digital und Slow sind da überhaupt kein Widerspruch, wie sich an den zahlreichen Abschalt-Apps oder die selbstverständliche Präsenz von Slow TV-Angeboten auf den Social-Media-Kanälen ablesen lässt. Interessant auch das wachsende Interesse an „Slow Gaming“. Neben Entspannungsspielen, wie zum Beispiel Star Sky von Mårten Jonsson, gibt es eine unglaubliche Anzahl an Alltags-Simulatoren, in denen Echtzeit das Tempo bestimmt. Bus-Simulator, Landwirtschafts-Simulator, Bau-Simulator sind da nur einige der Angebote an Spielen, in denen stundenlang ein Feld abgeerntet wird, ein Bus durch die Wüste gesteuert oder in denen Löcher gebaggert werden. Mit eingebauten Wartepausen. Während bei den Simulationsspielen noch gehandelt wird, fällt bei den Zero Player Games jede Aktivität weg und der „Spieler“ ist nur noch Beobachter.

Diese  Form des Medienkonsums verzeichnet eine wachsende Fangemeinde und Nachfrage. Mit der steigenden Popularität von Virtual Reality wird diese Entwicklung mit Sicherheit noch weiteres Potenzial erhalten und völlig neue Formate entstehen lassen.

Beitragsbild: Credit: Flickr, Richard:Fraser, CC BY-NC-ND 2.0

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