Hygge, Lagom, Niksen und warum Digital Detox sich irgendwann überholt

Digital Detox

Nachdem der Achtsamkeitstrend zwar noch lange nicht seinen Zenit erreicht hat, tauchen in den letzten Monaten Begriffen in den Medien auf, welche ebenfalls darauf abzielen, zu entschleunigen, ihre Mittel jedoch nicht in ostasiatischen Philosophien und Ansätzen suchen: Hier sei „Hygge“ (Gemütlichkeit im sozialen Kreise) zu nennen, „Lagom“ (die richtige Passung finden) oder seit neustem „Niksen“. Letzteres kommt aus dem Niederländischen und bedeutet einfach „Nichtstun“.
Ganz gleich ob Achtsamkeit und Atmen, Hygge und Heimeligkeit oder Niksen und Nichtstum, der Wunsch dahinter ist stets dem immer komplexer und schneller werdenden Alltag etwas entgegenzusetzen. Entschleunigung oder ein Slow Lifestyle wären weitere Äquivalente.

Im Tourismus wird derzeit das Konzept des Digital Detox immer wieder augegriffen. „Hygge, Lagom, Niksen und warum Digital Detox sich irgendwann überholt“ weiterlesen

Keine Jahres(tr)endprognose: Tourismus, Ehrenamt, Nachhaltigkeit sowie Sansibar

Im Dezember, wie üblich, überbieten sich die Medien mit Jahresrückblicken und Vorschauen für das kommende Jahr, diesmal 2018. Da sich Trends nicht an Kalender halten und von einem Tag auf den anderen sich manifestieren, werde ich mich dem entziehen. (Wobei der Vollständigkeit halber erwähnt werden sollte, dass natürlich psychologische wie politische Faktoren Dinge begünstigen können, die dann doch durch entsprechende Kalenderdaten mitverursacht werden).

Stattdessen ein privater Einblick, der dann doch – so ganz im Sinne des Work-Life-Blending – nicht nur ganz privat, sondern auch und natürlich die Zukunfts- und Trendforschung betrifft. Für mich geht es in diesem Dezember nach Ostafrika, nach Sansibar.

Tourismus-Trends: Luxus mit gutem Gewissen

Das kleine Inselarchipel vor Tansania (und nein, der Tausch gegen Helgoland ist eine Mär) ist derzeit ein beliebtes Ziel für Touristen. Laut des Zanzibar Commisson for Tourism (ZCT) hat sich die Zahl der Urlaubsgäste von 2015/2016 zu 2016/2017 von etwas mehr als 162.000 auf 376.000 Besucher mehr als verdoppelt! „Keine Jahres(tr)endprognose: Tourismus, Ehrenamt, Nachhaltigkeit sowie Sansibar“ weiterlesen

Stuttgarter Sportkongress: Zukunft des Sportvereins

Vergangene Woche durfte ich erneut beim Stuttgarter Sportkongress über Sporttrends genauer über die Zukunft der Sportvereine einen Vortrag halten. Darüber habe ich mich gleich mehfrach gefreut: Den Kongress 2015 hatte ich in sehr guter Erinnerung, perfekt organisiert, spannende Inhalte und durchweg sympathische Veranstalter und Teilnehmer. Außerdem gab es auch 2017 wieder die Gelegenheit interessante Menschen kennenzulernen sowie bekannte Gesichter wiederzutreffen. „Stuttgarter Sportkongress: Zukunft des Sportvereins“ weiterlesen

Anti-Tourismus: Chance für Dornröschen-Destinationen

Mallorca, Barcelona, Amsterdam oder Berlin sind nur die Spitze des Eisberges jener Reiseziele, an denen sich die lokale Bevölkerung  derzeit zuehmend gegen die Auswirkungen eines Massentourismus wehren. Anders als vor einigen Jahrzehnten sind es nicht primär Bausünden, welche Strände und Naturschutzgebiete optisch oder ökologisch zerstören, sondern ein Strukturwandel, der einer Gentrifizierung ähnelt. Wohnraum wird kostspieliger, das Leben auf den Straßen durch Party und Touristen lauter, die Lebenshaltungskosten generell teurer. Anwohner fühlen sich durch AirBnB-Wohnungen verdrängt, durch Lärm und Touristengruppen in ihrer Lebensqualität gestört. Jenes Prinzip des „live like a local“, was Touristen genau suchen, wird durch ihre eigene Präsenz untergraben.

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Cholesterinspiegel der Zukunft: Ist Konsum im Westen ein Auslaufmodell?

Konsum sei künftig das neue Cholesterin, prophezeite 2011 der brasilianische Trendforscher und Entrpreneur Rony Rodrigues von Box1824 auf der International Herald Tribune’s Luxury Konferenz. Meint: Das Image von Besitz wird entsprechen unattraktiv wie ein zu hoher LDL-Wert. 2021 sei es völlig unattraktiv im Schrank 200 Paar Schuhe zu haben, so Rodrigues. In diesen Kanon stimmen seit Jahren Markt- und auch Zukunftsforscher ein. Ich nehme mich da nicht aus. Doch was aus Perspektive der Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung so positiv klingt, ist nur die halbe Wahrheit. „Cholesterinspiegel der Zukunft: Ist Konsum im Westen ein Auslaufmodell?“ weiterlesen

Trend, Anti-Trend, Syn-Trend? Detox, Retox und Körperideale

Es erinnert mich spontan ein wenig an Hegel… These, Antithese, Synthese. So ähnlich verhält es sich mit Trendphänomenen: Trend, Anti-Trend und daraufhin eine sich daraus ergebendes neue gesellschaftliche Entwicklung, die alle Aspekte integriert. (Nennen wir es Syn-Trend?)

Gegentrends zeigen meist den Zenit eines Trends an, wenn letzterer sich in den Mainstream vorgearbeitet hat und auf Kritiker, Andersdenkende und -lebende stößt. Ein Antitrend ist nie ein Türstopper, sondern Flurbereiter. „Trend, Anti-Trend, Syn-Trend? Detox, Retox und Körperideale“ weiterlesen

2017ff.: Bäume

Teil 3 der Themen ist vielleicht der zunächst am sonderbarsten erscheinende Begriff. Der Baum als „Trendphänomen“, gab es das nicht bereits in Zeiten der Umweltbewegung der 80er? Revival des Waldes als Indikator für die Umweltzerstörung? Nicht so ganz, natürlich lässt sich das Interesse an „Bäumen“ nicht ganz unabhängig von einer gewissen Sensibilisierung der Menschen für Naturschutzaspekte erklären. Aber ich nenne hier „Baum“ auch nur stellvertretend für den Aspekt der Ökologie, der bisher wenig Beachtung fand, wenig erforscht und dessen Nutzen erst jetzt zur Anwendung kommt. Gesundheit ist dabei ein zentrales Moment, aber vielleicht noch wichtiger läutet das Thema einen Perspektivwechsel im doch immer noch vorherrschenden antrhoprozentrischen Verständnis ein. „2017ff.: Bäume“ weiterlesen

2017ff. Emotionen

Emotionen: Vor einigen Wochen bekam ich eine Interviewanfrage zum Thema „Borrowed Emotions“  des im Januar erscheinenden Magazins der Berliner Modemesse Seek. Ein hochspannendes Thema, und – je länger ich darüber nachdachte – hochkomplex. Bisher hatte mich das Thema vor dem Hintergrund „Glücksforschung“ und „Moodness“ (vgl. z.B. Trendreport 2012, Zukunftsinstiut, 2011) oder auch Mood-Food beschäftigt. Ebenso natürlich waren mir die Emotionsclaims großer Marken aufgefallen, welche mit den Gefühlen spielen, wie McDonalds mit „Ich liebe es“, Coca-Cola mit „Taste the Feeling“ oder Edeka mit „Wir lieben Lebensmittel“. Beim Blick in die Zeitschriftenregale werde ich von Mindstyle Magazinen und „Glücklich-werden“-Titeln fast erschlagen. Fast scheint es so, dass die Themen Fettfrei und Fitness von Gefühl und Glück abgelöst werden.

Doch was ist nun mit dem Gefühl jenseits von Marketing und Medien und was hat es mit „geliehenen Gefühle“ auf sich? „2017ff. Emotionen“ weiterlesen

2017ff.: die Kommunikation

Ich hatte es hier bereits angekündigt, auf drei Trendphänomene einzugehen, die auf den ersten Blick nicht ganz so „greifbar“ sind. Aber keine Sorge, ich drifte nicht ins Esoterische ab…

Kommunikation: im fortschreitenden 21. Jahrhundert mit Megatrends wie Globalisierung, New Work, Gender Shift, Individualisierung und Neo-Ökologie wird die Fähigkeit zur Kommunikation zum essentiellen Faktor, „2017ff.: die Kommunikation“ weiterlesen