Der Sport muss zum Menschen kommen

Gut, wer aufmerksam die Thesen zum Sport der Zukunft verfolgt und Trends umgesetzt hat! Das könnte gerade jetzt zum Vorteil werden. Für alle anderen, die sich noch nicht so eingehend damit beschäftigt haben, ist jetzt Handeln angesagt: eine der Haupttrends für die Zukunft des Sports ist “Der Sport muss zum Menschen kommen, nicht der Mensch zum Sport”. Ursprünglich aus dem Megatrend Mobilität entwickelt, ist das auch gerade in Zeiten von erhöhter Immobilität des Individuums zutreffend. Zumindest dann, wenn man Kundschaft, Mitglieder etc. nicht verlieren, dafür aber sogar gewinnen möchte. Denn es gibt Krisengewinner…

Für Sportvereine

Für Sportvereine bietet sich das die Arbeit mit dem Workbook “Sportverein 2030” an. Die Kapitel Mobilität sowie Digitalisierung können unter den veränderten, aktuellen Voraussetzungen bearbeitet werden. Vielleicht kommen so Ideen zusammen, wie man die Mitglieder bei Laune halten, das Training irgendwie dennoch anders und solitär stattfinden lassen kann oder auch einfach nur Gemeinschaft aufbauen möchte. Und vielleicht entwickeln sich daraus auch dauerhafte Konzepte, denn nach Corona ist der Megatrend Mobilität wieder existent!

Für Sportunternehmen

Für Unternehmen im Sportbereich ergeben sich gerade auch jetzt viele Chancen, den Kunden zu erreichen: Service und Support des Individualsportlers während seines Trainings draußen oder zu Hause. Aber auch die Vernetzung der immobilen Sportcommunity bietet Potenzial, mit Ideen und Angeboten, wie sich die Sportgesellschaft trotz eingeschränktem oder aufgehobenem öffentlichen Leben bewegen, vernetzen und lebendig halten kann.

Von Online Workout Classes und Live-Trainings-Angeboten, Innovationen wie dem smarten Trainingsspiegel Mirror oder Trackinganbietern wie Strava – längst hat sich der Sport in die privaten Wohnungen und das mobile Leben eingeschlichen. Potenzial gibt es aber auch im Rahmen von “Betrieblichen Gesundheitsmanagement” mit der Frage: Wie kann ich Sportgesundheit ins Home-Office bringen?

In China haben sich durch Covid-19 die Anbieter schnell umgestellt, die Workouts online gestreamt und neues Fitness-Equipment für die heimischen vier Wände angeboten. Laut Berichten ist so ein ganzes Fitnessstudio in Guangzhou mit über 1000 Mitgliedern virtuell geworden. Andere stream(t)en ihr Workout-Angebot über WeChat. Anbieter wie Peloton, die u.a. ein 2.300 Euro teures Luxus-Indoor-Fitnessbike zuzüglich einer Mitgliedschaft mit Live-Kursen und umfangreichen Angeboten in der Mediathek und Online-Community unter dem Motto “connect, bond, inspire and grow stronger together” verkaufen, gehören ebenso zu den Gewinnern der Krise.

Für Sportevents, den Profi-Sport

Wie Sportevents, die verschoben werden müssen, kreativ gelöst werden, zeigte am 14.03. der FC Schalke. Da das Spiel gegen Borussia Dortmund abgesagt wurde, ließ der Club ein altes “Jahrhundertderby” auf Twitter wieder aufleben. Im November 2017 münzte S04 einen 0:4-Rückstand in der Nachspielzeit in ein 4:4 um.

Fans müssen heute mehr denn je eingebunden werden, es geht nicht mehr um in erster Linie um ein Spiel oder den Verein, sondern um ein Stück Erlebnis und Wir-Kultur. Und das lässt sich auch über Community-Building erreichen. Zweitligist TV Hüttenberg bietet statt Spielen Nachbarschaftshilfe an, in dem die Handballer für Menschen in Quarantäne oder für Risikogruppen das Einkaufen übernehmen wollen.

Die technikaffine und vernetzte Sportgesellschaft

Egal ob Sportverein, Unternehmen, Sport-Event-Anbieter oder Profi-Sport – durch den Megatrend Vernetzung, zahlreichen technologischen Innovationen und einer hohen Bereitschaft der Sportgemeinschaft, diese auch zu nutzen, lassen sich in der aktuellen Situation viele Wege entwickeln, wie der “Sport zum Menschen gebracht” werden kann. Und das nachhaltig – auch in einer Post-Corona-Zeit.

Sie möchten “Den Sport zum Menschen bringen”? Ihnen fehlt es aber noch an einer Strategie, Austausch, Sparringspartner*in? Melden Sie sich! Ich freue mich darauf, von Ihnen zu lesen!

Bild: Peloton