Sportstätten der Zukunft und Neo-Ökologie

Die Sportstätten der Zukunft müssen mehr bieten als Reuse, Reduce, Recyle. Neo-Ökologie bedeutet, sich mit der Frage auseinanderzusetzen, was die Sportstätte an positivem Einfluss auf Umwelt und Klima haben kann.

Heute beginnt in Köln die Fachmesse für Freiraum, Sport und Bewegung (FSB). Aussteller präsentieren ihre Konzepte und Lösungen für die Rekreationsräume und Sportstätten der Zukunft.

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Und Lösungen braucht es – insbesondere unter dem Aspekt des Megatrends Neo-Ökologie. Mikroplastik durch Kunstrasen, Golfbälle, Funktionsbekleidung sind dabei nur die aktuell in den Medien kursierenden Nachrichten über die Folgen unserer Sportgesellschaft. Die Baubranche ist vom Thema Zero Waste weit entfernt, zählen Bau- und Abbruchabfälle (inklusive Straßenaufbruch) zu den Hauptverursachern unseres Abfallaufkommens. Kreislaufwirtschaft und innovative Lösungen sind aber dort keine neuen Themen – auch das zeigt sich anhand der FSB. Recycling und die Herausforderung werden in einem spezieleln Forum behandelt und diskutiert. Erste Anbieter haben Ideen, wie zum Beispiel Mikroplastik nicht in das Abwasser gelangen kann.

Innovative Sportstätten wissen um das Thema Neo-Ökologie

Schaut man innovative Sportstätten an, haben diese das Thema Neo-Ökologie und Nachhaltigkeit aufgegriffen. In Kanada hat im letzten Jahr ein erstes öffentliches Schwimmbad aufgemacht, dass völlig ohne Chemikalien auskommt (und dazu noch fantastische Architektur aufweist). Golfplätze vermarkten gemeinsam mit dem NABU ihre Biotope und Artenvielfalt. In Paris wurde in diesem Jahr der Court Simonne Mathieu eröffnet. In dem Tennisstadion befinden sich vier Gewächshäuser, die außerhalb der Turniere der Öffentlichkeit zugänglich sind. Und nicht zuletzt Amager Bakke bzw. CopenHill ist wohl ein Vorreiter einer nachhaltigen Sportstätte. Auf dem (nach eigenen Angaben) saubersten Müllverbrennungskraftwerk weltweit befindet sich eine außergwöhnliche „Berg“-Sportanlage. Neben der ganzjährig geöffneten, künstlichen Skipiste, existiert hier die mit 85 Metern derzeit weltweit höchste Kletterwand, Menschen können zudem hoch wandern, laufen und sonstige Fitness-Angebote nutzen.

Die Zukunft erfordert jedoch mehr

Es geht nicht nur um Recycling, einen niedrigen ökologischen Fußabdruck oder Energieeffizienz. Sportstätten der Zukunft müssen mehr zurück geben als dass sie „nehmen“. Die Frage muss lauten: Wie ist der positive Fußabdruck einer Sportstätte? Und auch: Was trägt die Anlage zur Verbesserung des Klimas/der Umwelt bei?

Ein Thema, dass nicht nur die Sportbranche betrifft, sondern alle Branchen. The School of Regenerative Design widmet sich genau diesem Thema und bildet dahingehend Studenten, Designer, Architekten und andere im Bausektor tätige aus. Jason McLennan, Gründer der Non-Profit-Organisation, bringt es treffend auf den Punkt, wenn er sagt: „In everyday terms, regenerative design is about moving away from just doing ‘less bad’ and instead using design to help heal and restore the environment.

Blaue Ökologie: Chance für die Sportstätten

Die Sport- und Bewegungsräume haben hier aber eine besondere Chance, das frühzeitig für sich zu nutzen und sich darüber auch zu positionieren. Ein Ratgeber der International Union for Conservation of Nature (IUCN) versucht genau diese Botschaft den Sportstätten mitzugeben. Das Paper beinhaltet verschiedene Stufen von Vermeiden eines jeglichen Umwelteinflusses über die Minimierung bis hin zur Wiederherstellung der Biodiversität.

Es gibt bereits Ideen und Umsetzungen, wie das Projekt der Agenti Climatici. Zwei Bahnhöfe in Mailand werden so zu Rekreationsräumen umgestaltet, dass diese nicht nur für die Bevölkerung ein Erholungs- und Bewegungsraum sind, sondern das Klima in Mailand verbessern sollen. In Denver wurde eine Golfanlage so überarbeitet, dass sie Überflutungen in den angrenzenden Wohngebieten verhindern kann.

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