Luxusnische Trend- und Zukunftsforschung?

Sind die Ergebnisse der Zukunftsforschung nur für eine reiche, distinguierte, tendenziell mondäne Gesellschaftsgruppe relevant?

Es kommt immer wieder vor, dass ich gefragt werde, ob die Trends und Ergebnisse, die ich präsentiere und vorstelle, nicht ausschließlich für eine ganz kleine Gruppe der Bevölkerung relevant seien. Die breite Masse würde das doch nicht betreffen, so die Annahme. Diese hätten keinen Zugang, wären an anderen Dingen interessiert, hätten ja weder finanzielle noch sonstige Mittel. So gut, so weit.

Populäre Fehleinschätzungen

Um das zu beantworten, reicht es häufig, ein paar Beispiele und Zitate aus der Vergangenheit zu erwähnen. Napoleon verkannte die Dampfschiffe, ein Manager der Western Union 1876 das Telefon (die Western Union hat es sich dann aber nochmals anders überlegt), Gottlieb Wilhelm Daimler 1901 die Nachfrage nach PKWs (zu wenig Chauffeure), der Chef von Warner Brothers 1927 den Ton im Kino (“Who the hell wants to hear actors talk?”), IBM das Potenzial der Personal Computer (maximal 5 weltweit), der Fotokopierer (höchstens 5.000) und legendär ist natürlich auch die Aussage von Microsoft zur Zukunft des Smartphones. Ja, Menschen irren sich in ihren Prognosen. Meist weil sie die gesellschaftlichen Komponenten von Entwicklungen verkennen.

Einst Nische, dann Selbstverständlichkeit, heute mobil und mehrfach transformiert. Photo by Nick Fewings on Unsplash

Aus der Nische zur Selbstverständlichkeit

Die Beispiele lassen sich erweitern. Es gibt viele Innovationen, Ideen, Entwicklungen, die einst luxuriös, nischig und einer ganz kleinen Zielgruppe vorbehalten waren und von denen die Prognosen sagten, dass sie nie die breite Masse erreichen würden. Dinge, die heute nahezu zum Grundrecht und vor allem zu einer Selbstverständlichkeit im Alltag des Einzelnen gehören.

Und es sind eben nicht (nur) die Luxusprodukte, die den Massenmarkt erobern, sondern die dahinter stehenden gesellschaftlichen Trends und Lebensstile. Als Beispiel das Thema Nachhaltigkeit. Kein Discountern kann heute noch auf Bio-Lebensmitteln in seinem Sortiment verzichten, Bio-Baumwolle und recycelte Fasern haben die Fast-Fashion-Industrie erreicht; das Thema Neo-Ökologie ist in der Trend- und Zukunftsforschung seit 15 Jahren präsent, heute aber aus keinem Medium mehr wegzudenken. (Und ja auch mit allen dazugehörigen Folgen wie Greenwashing). Es ist also immer wichtig zu wissen, welche scheinbar “kleinen” Trendentwicklungen die Gesellschaft heute bewegen und welche gesellschaftlichen Auswirkungen diese mit sich führen. Welche neuen Bedürfnisse und “needs” gibt es? Hierfür ist es wichtig, sich mit den Megatrends und ihren soziokulturellen Trends zu beschäftigen.

Das Potenzial der Nische durch Megatrends erkennen

Und es stimmt, das, was die Trend- und Zukunftsforschung beobachtet und analysiert, findet derzeit in einer kleinen Nische statt. Einer Nische, die häufig nicht jeder Person zugänglich sein mag. Doch genau darin liegt die Stärke der Megatrends und meiner Arbeit. Denn mit ihnen lässt sich ausmachen, welche Nischen relevant sind und in Zukunft die breite Masse der Gesellschaft erreichen, beschäftigen und verändern werden. Heute Avantgarde und Nische, morgen Mainstream und Selbstverständlichkeit.

Sie möchten wissen, welche Nische und Entwicklungen für Ihre Branche, Ihren Markt, Ihr Unternehmen, Organisation relevant sind? Dann freue ich mich über eine Kontaktaufnahme.